Zur Standsicherheit von Bergbaufolgelandschaften in der Niederlausitz während und nach Abschluss des Grundwasserwiederanstieges und der Seenflutung

Nach der Stilllegung bzw. dem planmäßigen Beenden eines Bergwerks sind die bergbaulich in Anspruch genommenen Flächen für eine sichere Nachnutzung herzurichten. Besonderes in der Lausitz geben in den Bergbaufolgelandschaften die Tagebaufolgeseen mit den angrenzenden Uferzonen und Vernässungsflächen der Landschaft ein neues Gesicht. Sie bieten große Gestaltungsmöglichkeiten für die wirtschaftliche Entwicklung der Region und für den Naturschutz.


Neben der Sicherstellung eines nachhaltigen Wasserhaushaltes stellt die langfristige Gewährleistung der boden- und hydromechanischen Standsicherheit der Böschungen die höchste Herausforderung dar. Aber warum muss man sich eigentlich Gedanken zur Standsicherheit der Bergbaufolgelandschaft machen, wenn zuvor darin die größten und schwersten beweglichen Anlagen der Welt, wie die Abraumförderbrücken sicher ihre Arbeit verrichtet haben.


Wie sagte schon Georgius Agricola im 16. JH.: „Der ärgste Feind des Bergmanns ist das Wasser“. Und dies gilt zunächst auch für die Bergbaufolgelandschaft. Mit dem gewollten schrittweisen Eintauchen der Bergbaufolgelandschaft in das ansteigende Grundwasser, unterstützt durch die Seenflutung, stellen sich bodenmechanisch ungünstige Spannungsverteilungen im Gebirge ein. Mit dem ansteigenden Wasser kann es in den locker gelagerten Tagebaukippen zur Verflüssigung kommen. Dann verhält sich das Sand-Wasser-Luft-Gemisch wie eine zähe Flüssigkeit und Setzungsfließrutschungen oder Geländeeinbrüche, wie in der jüngsten Vergangenheit dokumentiert, als gefährlichste Rutschungs- und Versagensmechanismen können eintreten.


Am Beispiel des seit dem 12.04.2019 in Flutung befindlichen Tagebaufolgesees „Cottbuser Ostsee“ werden erforderliche Untersuchungen und Maßnahmen zur Herstellung der standsicheren Bergbaufolgelandschaft dargestellt. Mit Fallbeispielen werden, unter Berücksichtigung der geplanten Nachnutzung und Lastfälle, theoretische und praktische Vorgehensweisen bei der Gestaltung erläutert.

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