Wasserversorgung Berlin – zukünftige Herausforderungen unter den Bedingungen von Struktur und Klimawandel

Die Berliner Wasserbetriebe versorgen mit ihrer Infrastruktur über 3,7 Mio. Menschen in Berlin und mehr als 80.000 Menschen in Brandenburg mit Trinkwasser. Die Menge an Trinkwasser, die die Berliner Wasserbetriebe zur Verfügung stellen können, ist im Wesentlichen von zwei Faktoren abhängig: den vorhandenen Grundwasserressourcen und der aktuell zur Verfügung stehenden technischen Infrastruktur.

Die vorhandenen Grundwasserressourcen speisen sich einerseits über die Uferfiltration aus den Oberflächengewässern, die Flüsse Spree und Havel sowie verschiedene Seen wie Müggelsee, Tegeler See und Wannsee und andererseits aus dem landseitigen Zustrom des Grundwassers. Die Oberflächengewässer Berlins stellen somit für die Trinkwasserversorgung aufgrund des hohen Anteils von Uferfiltrat und angereichertem Grundwasser in den Brunnengalerien (ca. 70% der Jahresförderung) die wesentliche Rohwasserressource dar.

Im Einzugsgebiet der Spree liegen große Teile der Braunkohletagebaue in der Lausitz. Diese führen bereits heute zu einer hohen Sulfatbelastung des Flusses und das hat Auswirkungen auf das größte Wasserwerk der Berliner Wasserbetriebe in Friedrichshagen, das ebenfalls zum überwiegenden Teil Grundwasser aus dem Uferfiltrat der Spree und des Müggelsees fördert. Derzeit liegen die Sulfatgehalte im Einzugsgebiet des Wasserwerks – auch aufgrund politischer Anstrengungen in den vergangenen Jahren – auf einem akzeptablen Niveau und der Grenzwert der Trinkwasserverordnung für Sulfat in Höhe von 250 mg/l kann eingehalten werden. Grundsätzlich besteht aber weiterhin die Gefahr, dass es aufgrund hoher Sulfatwerte zu Einschränkungen kommt.

In den Jahren 2018 und 2019 kam es aufgrund hoher Temperaturen und geringer Niederschläge zu einem deutlichen Anstieg des Trinkwasserbedarfs. Vor dem Hintergrund des Klimawandels wird es aller Voraussicht nach in Zukunft noch häufiger zu langanhaltenden Trockenphasen mit hohen Temperaturen kommen, die im Zusammenspiel mit dem anhaltenden Bevölkerungswachstum der Metropolregion einen hohen Druck auf das System der Berliner Trinkwasserversorgung ausüben werden. Aus diesem Grund wurde ein umfassendes Resilienzkonzept erarbeitet, um auch langfristig und unter den sich verändernden Rahmenbedingungen die Versorgung Berlins mit Trinkwasser zu gewährleisten und die technische Infrastruktur für solche Ereignisse, wenn notwendig zu ertüchtigen.

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