Ringvorlesung: Fünf Seen - ein Verbund: 30 Jahre Arbeit an der Restlochkette im Lausitzer Seenland

09.06.2026

Lausitzer Seenland (Foto: Steffen Rasche)

Eine Landschaft verändert ihr Gesicht. Aus den stillgelegten Tagebauen des Lausitzer Braunkohlereviers, zwischen Spreewald und Görlitz, entstehen neue Landschaften und neue Seen. An den jahrzehntelangen Kohlenabbau wird nahezu nichts mehr erinnern.

Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See bilden gemeinsam das Herz des Lausitzer Seenlands. Knapp 100 Quadratkilometer ehemalige Bergbauflächen waren durch die LMBV wieder nutzbar zu machen. Seit Anfang der 90er Jahre wurden großflächige Verdichtungsmaßnahmen zur Sicherung von Kippen und Uferböschungen durchgeführt. Über die Hälfte des Tagebaugebiets waren als Hohlformen und damit als zukünftige Seenflächen zurückgeblieben. Um eine schnellstmögliche Flutung der ehemaligen Tagebaurestlöcher zu erreichen, wurden die Seen durch Überleiter und Regulierungsbauwerke hydraulisch miteinander verbunden. Mit dem Durchströmen wird zum einen die Wasserqualität verbessert, zum anderen sind die Kanäle mit den Schleusen und Brücken so ausgebaut, dass sie wassertouristisch nutzbar sind.

Das Lausitzer Seenland verwandelt sich vom ehemaligen Bergbaurevier in ein Urlaubsparadies. Mit der Entstehung einer einzigartigen Wasserwelt wächst hier Europas größte künstliche Seenlandschaft heran. Einen bedeutenden Meilenstein erreicht die Region am 29. Juni 2026: dann werden erstmals fünf schiffbare Seen durch Kanäle miteinander verbunden sein. Der vernetzte Seenverbund wird den Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See umfassen. Zusammen ergibt sich eine für jedermann nutzbare Wasserfläche von etwa 5.300 Hektar. 

In der Vorlesung werden die geotechnischen und wasserwirtschaftlichen Maßnahmen sowie die öffentlich-rechtlichen Rahmenbedingungen von der einstigen Vision bis zur Realisierung aufgezeigt.

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