Müssen wir Angst haben vor dem Eiseneintrag der Spree in die Talsperre Spremberg?

Seit 2011 ist die Spree vom Phänomen der Verockerung erfasst. Die Ursachen dafür liegen in der jahrzehntelangen Grundwasserabsenkung durch den Braunkohlenbergbau begründet. Durch den Luftzutritt in die entwässerten Gesteinsschichten verwittert der darin enthaltene Pyrit. Die Verwitterungsprodukte des Pyrits, zuvorderst Sulfat, Eisen und Säuren, werden mit dem ansteigenden Grundwasser nunmehr in die Flüsse und Bergbaufolgeseen ausgeschwemmt. Das Eisen verfärbt die Spree zwischen Neustadt und Spremberg ockergelb.


Die Talsperre Spremberg hat multifunktionale Bedeutung. Sie dient neben dem Hochwasserschutz, dem Niedrigwasserausgleich, dem Naturschutz, der Fischerei, dem Wassersport und dem Tourismus auch der Wassergütebewirtschaftung. Hinsichtlich der Verockerung der Spree ist die Existenz der Talsperre ein Glücksfall. Im konkreten Fall hält die Talsperre Spremberg das Eisen in der Spree zurück. Ohne die Talsperre könnten wir die Verockerung mindestens bis Cottbus und vielleicht sogar bis in den Spreewald verfolgen.


Zu Recht stellen sich Fragen zum Zustand der Talsperre Spremberg: In welcher Weise schadet das Eisen der Talsperre selbst? Unter welchen Bedingungen hält die Talsperre das Eisen zurück? Muss bei einem Hochwasser in der Spree mit einer Eisenschlammwelle in Richtung Spreewald gerechnet werden? Wann ist die Talsperre mit dem Eisenschlamm gefüllt und büßt dadurch ihre Funktion als Eisen¬rückhalteraum ein? Ist der Eisenschlamm ggf. giftig und schadet Mensch und Tier?
Anworten auf diese Fragen werden in der Vorlesung auf der Grundlage aktueller Untersuchungsergebnisse gegeben.

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