Grüner Wasserstoff – aktueller Stand und Perspektiven

09.11.2021

Wasserstoffzentrum der BTU Cottbus-Senftenberg (Quelle: BTU)

Seit 21 Jahren wird der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland aus Klima- und Umweltschutzgründen gefördert. Die Windkraft und Photovoltaik stellen hierbei den größten Anteil, unterliegen jedoch in ihrer Verfügbarkeit großen Schwankungen. Bei Wetterphasen mit viel Sonnenschein und/oder starkem Wind müssen Windkraft- und Solaranlagen häufig abgeschaltet werden, da das Stromnetz die dann erzeugte Strommenge nicht aufnehmen und dieser Überschussstrom vor Ort nicht gespeichert werden kann. Eine vielversprechende Möglichkeit zur Lösung dieses Speicherproblems ist die Kopplung der Windkraft- und Solaranlagen mit einem Elektrolyseur, welcher den Überschussstrom nutzt, um damit Wasser zu spalten und in grünen Wasserstoff umzuwandeln. Dieser Wasserstoff kann zwischengespeichert und in Zeiten, in denen wenig Strom von Windkraft- und Solaranlagen erzeugt wird, mithilfe von Brennstoffzellen rückverstromt werden. Wasserstoff kann aber auch als Ausgangsstoff zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe dienen und als Grundchemikalie in der chemischen Industrie genutzt werden.

Die Bundesregierung hat 2020 mit der Nationalen Wasserstoffstrategie Ziele für die Etablierung einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland vorgestellt. Die Landesregierung von Brandenburg beabsichtigt in 2021 einen Fahrplan zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft im Land zu beschließen.

Am Wasserstoff- und Speicherforschungszentrum der BTU Cottbus-Senftenberg wird seit 2012 die Nutzung von Elektrolyseuren zur effizienten Erzeugung von Wasserstoff erforscht. Der Vortrag wird einen Überblick über die Herstellungsmöglichkeiten für Wasserstoff geben und dabei die Bedeutung der vielen Farben des Wasserstoffs erläutern. Es werden die verschiedenen existierenden Wasserelektrolysetechnologien vorgestellt und miteinander verglichen. Danach werden die prognostizierten Wasserstoffbedarfe bis zum Jahr 2050 auf Bundes- und Landesebene sowie für die Lausitz aufgezeigt. Diese dienen für eine abschließende Kalkulation, die eine Vorstellung vermitteln soll, wieviel Wasser benötigt werden wird, um diese Bedarfe zu erzeugen.

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