Kommentar zum Artikel "Die Elbe für den Spreewald anzapfen? In Sachsen regt sich Widerstand" der sächsischen Zeitung vom 02.02.2026
Warum der Artikel genau zu Maria Lichtmess erschien, welcher das Ende der Weihnachtszeit markiert, bedarf nicht zwingend einer Kommentierung. Der Inhalt des Artikels schon. Zunächst ist der Vorstoß des sächsischen Umweltministers Georg von Breitenbuch, die Diskussion zur Nutzung von Elbewasser im Rahmen der diesjährigen Umweltministerkonferenz grundsätzlich zu diskutieren, ein positives Zeichen auf der Suche nach Lösungen. Andererseits ist die Frage an die Spitzenpolitik zu richten, weshalb erst drei Jahre nach Veröffentlichung der UBA-Wasserstudie (Juli 2023) diese Grundsatzdiskussion geführt wird. Gerade erst hat das Kohleunternehmen LEAG ein zeitlich vorgezogenes Aus für den Tagebau Welzow-Süd erklärt und ob die beiden verbliebenen Tagebaue Nochten und Reichwalde tatsächlich bis 2038 betrieben werden, weiß heute keiner verbindlich zu sagen. Eile ist deshalb geboten, diese Grundsatzentscheidungen zu treffen, wie die Spree ab Mitte der 2030er stabilisiert werden kann. Wichtig zu wissen ist, dass eine Wasserüberleitung gleich ob von Elbe oder Lausitzer Neiße zwingend das Vorhandensein ausreichender Speicherkapazität voraussetzt. Hier gilt nicht „entweder Überleitung oder Speicherung“, sondern beides zugleich. Worauf sich im Artikel die Aussage aus Sachsen-Anhalt gründet, aus der Elbe sollten jährlich 150 Mio. Kubikmeter Wasser entnommen werden, ist völlig unklar. Die UBA-Wasserstudie spricht von 63 Mio. Kubikmeter pro Jahr und dies sind bezogen auf den jährlichen Elbedurchfluss in Dresden weniger als 1 Prozent. Positiv hervorzuheben ist, dass die Wasserbehörden der betroffenen Bundesländer seit Jahren gemeinsam an der Schaffung von fachlich fundierten Unterlagen für wasserpolitisch zu treffende Entscheidungen arbeiten. Hier sei am Schluss die Frage an den Bund gestattet, weshalb er seit Vorliegen der UBA-Wasserstudie in Deckung gegangen ist, obwohl es sich um eine Angelegenheit handelt, die nicht nur mehrere Bundesländer betrifft, sondern auch die Länder Tschechien und Polen einbezogen werden müssen. Zu den Aufgaben des Bundes gehört auch, politische Verantwortung für die Bewältigung der ökologischen Folgen des über 100 Jahre andauernden Braunkohlenbergbaues zu übernehmen.
Ingolf Arnold, Erster Vorsitzender Wasser-Cluster-Lausitz e.V.
Cottbus, den 4. Februar 2026
