Szenarien der Wasserbewirtschaftung im Spree / Schwarze Elster Gebiet unter den Bedingungen von Struktur- und Klimawandel

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Wasserhaushalt der Einzugsgebiete von Spree und Schwarzer Elster durch Braunkohleabbau im Tagebaubetrieb stark beeinflusst und die Landschaft großräumig verändert. Kontinuierlich wurden große Wassermengen gehoben und in die Vorfluter eingeleitet, es entstanden großräumige Grundwasserabsenkungsgebiete und ein Wasserdefizit von maximal 13 Milliarden m3 (Jahr 1991). Durch die eingeleiteten Sümpfungswässer stellte sich ein erhöhtes Oberflächenwasserdargebot ein und in der Region konzentrierten sich viele wasserintensive Aktivitäten in einem Ausmaß, das die natürliche Leistungsfähigkeit der Flusseinzugsgebiete oft überschritt. Mit der Stilllegung vieler Tagebaue nach 1989 vollzog sich ein drastischer Einschnitt in der Wasserverfügbarkeit - die Sümpfungswassermengen verringerten sich erheblich und insbesondere in Trockenperioden stellen sich u.a. ökologisch negativ wirkende Wasserdefizite ein. Diese können durch verringerte Sümpfungswassermengen sowie wasserwirtschaftliche Maßnahmen, z. B. die Nutzung von Speichern und Talsperren, nicht mehr ausgeglichen werden. Zusätzlich wird der Wassermengenkonflikt durch den hohen Bedarf an Oberflächenwasser für die wasserwirtschaftliche Sanierung der stillgelegten Tagebaue verschärft. Aufgrund der mangelnden Wassergüte des in den Restlöchern der Tagebaue aufgehenden Grundwassers ist eine Flutung mit Oberflächenwasser unabdingbar.

 Seit dem Jahr 2000 gab es diverse Forschungsprojekte, u.a. unter Beteiligung der BTU Cottbus und des PIK Potsdam, in denen Lösungsvorschläge für die o.g. Problemlage entwickelt und mit Praxispartnern (u.a. LUA BB, LMBV, VEAG/LAUBAG/VATTENFALL) diskutiert wurden. Dazu wurden mithilfe von Szenarioanalysen, welche sowohl den sozioökonomischen Wandel als auch den Klimawandel beinhalten, die Auswirkungen des globalen Wandels sowie mögliche Anpassungsstrategien eingeschätzt. Die langfristige Entwicklung von Wasserverfügbarkeit und Wasserbedarf ist für die wasserwirtschaftliche Planung von entscheidender Bedeutung, da sie immer auf einen längeren Zeithorizont ausgerichtet sein muss. Als wichtiges Werkzeug langfristiger wasserwirtschaftlicher Planungen haben sich Langfristbewirtschaftungsmodelle erwiesen.

In der Vorlesung werden die Entwicklung der genutzten Szenarien sowie die angewandten Modelle beschrieben und Ergebnisse präsentiert.

Zurück